Adnela Vital

Ratgeber-Beitrag von Adnela Vital Ästhetik: Warum Cellulite entsteht und was im Alltag hilft

Orangenhaut verstehen: Warum Cellulite entsteht und was im Alltag hilft

Cellulite ist keine Krankheit und auch kein Zeichen dafür, dass du zu wenig auf dich achtest. Sie entsteht, weil weibliches Bindegewebe anders gebaut ist als männliches. Laut Techniker Krankenkasse haben rund 98 Prozent aller Frauen Cellulite, unabhängig von Kleidergröße und Alter.

Trotzdem stört sie viele. Weil in der Beratung fast täglich Fragen dazu kommen, erkläre ich hier, was im Gewebe passiert, welche Stadien es gibt und was du im Alltag tatsächlich beeinflussen kannst.

Was bei Cellulite im Gewebe passiert

Unter der Haut liegen Fettzellen in kleinen Kammern, die von Bindegewebsfasern gehalten werden. Bei Frauen verlaufen diese Fasern weitgehend senkrecht zur Hautoberfläche, ähnlich wie parallele Zeltschnüre. Bei Männern bilden sie eher ein dichtes Netz.

Dieser Unterschied entscheidet fast alles. Weil die weiblichen Fasern parallel stehen, können sich die Fettzellen dazwischen nach oben wölben, während die Fasern die Haut an ihren Verankerungspunkten nach innen ziehen. Genau daraus entsteht das Wellenmuster, das wir Orangenhaut nennen.

Dazu kommt Östrogen. Das Hormon macht Bindegewebe dehnbarer, was in der Schwangerschaft sinnvoll ist, das Fasernetz aber insgesamt weicher werden lässt. Und dann ist da noch die Veranlagung: Ob dein Bindegewebe eher fest oder eher nachgiebig ist, hast du zu einem großen Teil geerbt.

Kosmetische Cellulite-Massage am Oberschenkel in Bad Zwesten
Kosmetische Anwendungen arbeiten an Durchblutung, Gewebe und Hautbild.

Die vier Stadien der Cellulite

In Kosmetik und Medizin wird Cellulite meist in vier Stufen eingeteilt, von 0 bis 3. Der Unterschied liegt darin, wann die Dellen sichtbar werden.

Stadium 0: Die Haut ist glatt, auch wenn du sie zwischen den Fingern zusammenschiebst. Dieser sogenannte Kneiftest zeigt nichts.

Stadium 1: Im Stehen und im Liegen wirkt die Haut glatt. Erst beim Kneiftest werden feine Dellen sichtbar.

Stadium 2: Im Liegen ist die Haut glatt, im Stehen zeigen sich die Dellen von selbst, ganz ohne Druck.

Stadium 3: Die Unebenheiten sind sichtbar, egal ob du stehst oder liegst. Das Gewebe kann sich dabei weicher oder auch fester anfühlen.

Die meisten Frauen bewegen sich zwischen Stadium 1 und 2. Wo du gerade stehst, siehst du selbst am ehesten im Stehen vor dem Spiegel, bei Tageslicht und ohne die Muskeln anzuspannen.

Was Orangenhaut verstärkt

Die Grundlage ist Veranlagung, daran lässt sich nichts ändern. Einiges macht das Hautbild aber nachweislich unruhiger:

  • wenig Bewegung und langes Sitzen, weil der Lymphfluss dabei träge wird
  • viel Zucker und Salz im Essen
  • starke Gewichtsschwankungen, die die Fasern immer wieder dehnen
  • Rauchen, weil Nikotin die Blutgefäße verengt und die Haut schlechter versorgt wird

Der NDR nennt Rauchen dabei als besonders ungünstigen Faktor. Wer eine Sache ändern möchte und nicht weiß, welche, fängt am besten hier an.

Algenwickel am Bein als kosmetische Anwendung bei Cellulite
Im Studio arbeite ich bei Cellulite mit Algenwickeln.

Was im Alltag wirklich hilft

Es gibt keine Methode, die Cellulite verschwinden lässt. Wer dir etwas anderes verspricht, verkauft dir etwas. Was funktioniert, ist die Kombination aus mehreren kleinen Gewohnheiten, die das Gewebe über Monate hinweg fester und besser durchblutet halten.

Was sich in der Praxis bewährt:

  • Krafttraining für Beine und Po, weil straffe Muskulatur die Haut von unten stützt
  • täglich Bewegung, auch in kleinen Portionen, etwa Treppe statt Aufzug
  • genug trinken, weil das Gewebe darauf sofort reagiert
  • Wechselduschen an Beinen und Po, die die Durchblutung anregen
  • Trockenbürsten vor dem Duschen, immer in Richtung Herz

Bleib dabei realistisch mit dem Zeithorizont. Veränderungen am Bindegewebe brauchen Monate, nicht Wochen.

Warum Krafttraining mehr bringt als Ausdauer

Wenn ich eine einzige Empfehlung aussprechen dürfte, wäre es Krafttraining für Beine und Po. Der Grund ist einfach: Muskeln liegen direkt unter dem Fettgewebe. Ist die Muskulatur straff und gut gefüllt, hat die Haut darüber eine festere Unterlage und wirft weniger Wellen.

Ausdauertraining ist deswegen nicht sinnlos. Es hilft beim Gewicht, bei der Durchblutung und beim allgemeinen Wohlbefinden. Für das Hautbild an Oberschenkeln und Po arbeitet Krafttraining aber gezielter.

Du brauchst dafür kein Fitnessstudio. Kniebeugen, Ausfallschritte und eine Hüftbrücke reichen für den Anfang, zwei- bis dreimal die Woche. Wichtiger als die Auswahl der Übungen ist, dass du dabei bleibst.

Was das Essen mit dem Bindegewebe zu tun hat

Es gibt keine Ernährung gegen Cellulite. Es gibt aber Gewohnheiten, die dem Bindegewebe die Arbeit erschweren.

Viel Zucker belastet die Kollagenfasern, aus denen das Bindegewebe besteht. Viel Salz begünstigt, dass Wasser im Gewebe bleibt, und das lässt Beine schwerer wirken. Beides ist kein Verbot, sondern eine Frage der Menge über Wochen und Monate.

Auf der anderen Seite braucht das Bindegewebe Baustoffe. Eiweiß aus Hülsenfrüchten, Eiern, Fisch oder Quark gehört dazu, ebenso Gemüse und ausreichend Flüssigkeit. Wer sich beim Essen an dieser Richtung orientiert, tut nebenbei etwas für die Haut, auch wenn das nicht der Hauptgrund sein muss.

Was ich in der Beratung immer wieder sehe: Frauen, die ihre Ernährung für einen Monat radikal umstellen und dann alles wieder fallen lassen. Zwei kleine Änderungen, die du ein Jahr durchhältst, bringen mehr als eine strenge Phase über vier Wochen.

Die häufigsten Irrtümer über Cellulite

Cellulite hat mit Übergewicht zu tun.

Sehr schlanke Frauen haben ebenso Cellulite wie kräftigere. Entscheidend ist die Struktur des Bindegewebes, nicht die Zahl auf der Waage. Starke Gewichtsschwankungen sind allerdings ungünstig, weil sie die Fasern immer wieder dehnen.

Viel trinken schwemmt Cellulite aus.

Genug zu trinken hilft dem Gewebe, das stimmt. Ausspülen lässt sich Cellulite dadurch aber nicht, weil sie eine Struktur ist und keine Ablagerung.

Wer jung ist, hat keine Cellulite.

Sie tritt oft schon nach der Pubertät auf, weil Östrogen ab diesem Zeitpunkt eine Rolle spielt. Mit den Jahren wird das Bindegewebe zusätzlich nachgiebiger.

Eine Anwendung reicht.

Weder ein Wickel noch eine Massage noch eine Creme verändert nach einem Termin die Gewebestruktur. Was zählt, ist Regelmäßigkeit über Monate.

Wenn du unsicher bist, ob es Cellulite ist

Nicht jede Veränderung an Beinen oder Po ist Orangenhaut. Wenn deine Beine dauerhaft schwer sind, spannen, druckempfindlich reagieren oder sich der Umfang deutlich verändert hat, dann gehört das ärztlich abgeklärt und nicht ins Kosmetikstudio. Sprich in diesem Fall bitte mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt.

Ich arbeite kosmetisch. Alles, was medizinisch abzuklären ist, gehört in andere Hände, und ich sage dir das auch offen, wenn ich diesen Eindruck habe.

Was eine kosmetische Anwendung leisten kann

Ehrlich gesagt: kein Wunder, aber mehr als nichts. Kosmetische Anwendungen arbeiten an der Durchblutung, am Gewebe und am Hautbild. Sichtbar wird das als glattere Oberfläche und ein festeres Gefühl, nicht als komplett andere Haut.

In meinem Studio in Bad Zwesten arbeite ich dafür mit Algenwickeln, oft in Kombination mit Maderotherapie für die Kontur. Was bei dir sinnvoll ist, hängt von deinem Stadium und deinem Alltag ab, und genau das schauen wir uns in der Beratung an.

Maderotherapie am Oberschenkel mit geriffelter Madero-Holzrolle
Eine geriffelte Rolle arbeitet anders als eine glatte.

Häufige Fragen

Kann sich Cellulite zurückbilden?

Das Hautbild kann sich sichtbar bessern, vor allem durch Muskelaufbau, Bewegung und regelmäßige Pflege. Ganz verschwinden wird die Veranlagung nicht.

Warum bekommt man plötzlich Cellulite?

Meist stecken hormonelle Phasen, eine Gewichtsveränderung oder eine längere Zeit mit wenig Bewegung dahinter. Auch mit dem Alter wird das Bindegewebe nachgiebiger.

Sind schlanke Frauen auch betroffen?

Ja. Cellulite hängt an der Struktur des Bindegewebes, nicht am Gewicht.

Helfen Cremes?

Sie pflegen die Haut und machen sie geschmeidiger. An der Struktur darunter ändern sie nichts.

Was ist der Unterschied zwischen Cellulite und Orangenhaut?

Das ist dasselbe. Orangenhaut ist der umgangssprachliche Begriff für das Dellenmuster.

Quellen

  • Techniker Krankenkasse: Wie entsteht Cellulite?
  • AOK: Cellulite bekämpfen, so werden Sie Orangenhaut los
  • NDR Ratgeber Gesundheit: Cellulite, Behandlung und Ursachen der Bindegewebsschwäche

Lass uns gemeinsam draufschauen

Wenn du wissen möchtest, wo du stehst und was in deinem Fall sinnvoll ist, komm zur kostenlosen Erstberatung nach Bad Zwesten. Geöffnet ist von Montag bis Samstag zwischen 10 und 18 Uhr.

Ich sage dir ehrlich, was ich für machbar halte, und genauso ehrlich, was nicht.

Kostenlos beraten lassen0172 / 296 75 26